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• Neubildungen und Tumoren

Dupuytrensche Erkrankung

Beschreibung:
Benannt nach Guillaume Dupuytren, Pariser Chirurg, 1777 - 1835 (Abb. 1).
Gutartige Erkrankung der Sehnenplatte unter der Haut der Hohlhand und des Fasergewebes in den Fingern. Die Beugesehnen selbst sind dabei nicht betroffen.
Die Fasern verdicken sich, bilden Knoten und Stränge. Diese ziehen sich allmählich zusammen, so dass der oder die betroffenen Finger immer stärker gebeugt werden. Dies kann so weit gehen, dass die Hand gebrauchsunfähig wird (Abb. 4 und 5).

Ursache:
Unbekannt.
Genetische Veranlagung: Menschen nordeuropäischer Abstammung (Kelten), familiäre Häufung.
Oft ausgeprägterer Verlauf bei Beginn der Erkrankung in jugendlichen Alter oder bei Befall auch anderer Körperregionen (s. unten).
Auslösung durch Verletzungen der Hand bisher nicht bewiesen.
Häufig ausgeprägterer Befund bei Alkoholkranken und Rauchern.
Häufig auch unklare Entstehungsursache.

Alter, Geschlecht:
Altersgipfel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.
Männer / Frauen = 7 : 1

Lokalisation und Verlauf:
Beidseitiger Befall bei 55% der Dupuytren-Patienten.
Meist ist der Ring- und Kleinfinger betroffen. 
Hohlhand, Finger: Zunächst kleinere Knoten in der Hohlhand in Höhe der Beugefalte. Hauteinziehungen. Am Beginn meist sehr langsame, über Jahre verlaufende Entwicklung mit Zeiten des Stillstands. Später Stränge und größere, derbe Knoten auch am Grund- und Mittelglied des betroffenen Fingers (Abb. 2 und 3).
Über Monate oder Jahre allmählich zunehmende Beugestellung hauptsächlich im Grund- und Mittelgelenk.
Befall auch der anderen Finger, Abspreizbehinderung des Daumens. 

Andere Lokalisationen:
Gelegentlich Knoten über der Streckseite der Fingermittelgelenke (Fingerknöchelpolster). 
Knoten an der Fußsohle  (M. Ledderhose).
Penisverkrümmung  (Induratio penis plastica, M. Peyronie).

Symptome:
Ganz selten im Anfangsstadium druckschmerzhafte Knoten in der Hohlhand. In den meisten Fällen aber völlig schmerzfreier Verlauf. 
Zunehmende Funktionseinschränkung der Hand durch die Beugestellung der Finger. Hängen bleiben, Behinderung beim Greifen, Waschen, Anziehen von Handschuhen usw. Soziale und kosmetische Belästigung.

Technische Untersuchung:
Nicht nötig, da klinischer Befund eindeutig.

Behandlung:
Bei Beginn der Erkrankung zunächst zuwarten, da eine Aussage über das Fortschreiten nicht möglich ist. Der Verlauf zieht sich oft über Jahre hin, dann aber allmählich zunehmende Beugestellung des Fingers.

Konservativ: Nicht möglich. Besserung z.B. durch Röntgenbestrahlung oder Kortisoninjektion ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Operativ: Die Indikation zur Operation besteht, wenn die Hand nicht mehr flach auf die Tischplatte aufgelegt werden kann (ca. 30 - 35° Beugestellung, Abb. 6). Gelegentlich im Anfangsstadium bei störenden, druckschmerzhaften Knoten.
Entfernung der Knoten und Stränge durch Ablösen von der Haut und dem umgebenden Gewebe.
Die Schwierigkeit des Eingriffs besteht in der Befreiung der Gefäße und Nerven des Fingers, die von dem Dupuytrengewebe ummauert und verlagert werden (Operation unter Lupenvergrößerung).
Bei schon länger bestehenden und ausgeprägteren Kontrakturen ist oft keine vollständige Streckung vor allem des Fingemittelgelenks zu erreichen.

Offene Wundbehandlung (open palm-Technik): Zur Entspannung der kontrakten Haut. wird der quere Schnitt in der Hohlhand nicht verschlossen. Die offene Wunde heilt innerhalb von 3 bis 4 Wochen mit einer kleinen Narbe.
Perkutane Strangdurchtrennung: Stränge in der Hohlhand können durch einen winzigen Hautschnitt in örtlicher Betäubung durchtrennt werden. Da das Dupuytrengewebe dabei aber nicht entfernt wird, schreitet die Erkrankung fort (Indikation z.B. aus gesundheitlichen Gründen bei älteren Patienten).

Nachbehandlung und Prognose:
Bei unkomplizierteren Eingriffen sofort Mobilisation der Finger, ggf. Krankengymnastik.
Bei ausgeprägten Kontrakturen postoperativ für 2 Tage Gipsschiene zur Streckung der operierten Finger. Danach Krankengymnastik. Ggf. Nachtlagerungsschiene, Quengel-Schiene.

Verlauf: Abhängig vom Grad der präoperativen Kontraktur, der individuellen Narbenbildung und der Intensität der Nachbehandlung. Insgesamt aber deutliche Besserung der Streckung bis zur uneingeschränkten Beweglichkeit des operierten Fingers (Abb. 7).

Rezidive: bei ca. 5 - 30% am selben Finger oder an anderen Fingern der Hand.


1. Baron Guillaume Dupuytren


2. Sehnenplatte in der Hohlhand


3. Fingerbänder, die durch die Erkrankung befallen werden
können.


4. Dupuytrensche Erkrankung in einem frühen Stadium.


5. Fortgeschrittene Erkrankung mit ausgeprägten
Kontrakturen.


6. Operationsindikation: Hand kann nicht mehr flach
aufgelegt werden.


7. Narbe nach der Fasziektomie